Vom 24. bis 28.06.2019 besuchten im Rahmen des Geschichtsunterrichts 23 Schülerinnen und Schüler der elften Klassen unserer Schule die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau.

Nach der Anreise am Montag besichtigten wir am Dienstag das ehemalige Stammlager (Auschwitz I), welches vielen durch seinen markanten Schriftzug „Arbeit macht frei“ über dem Eingangstor bekannt ist, und am Mittwoch den nur drei Kilometer vom Stammlager entfernten und um ein Vielfaches größeren Lagerkomplex Birkenau (Auschwitz II), der unter anderem auch im Film „Schindlers Liste“ als Drehort genutzt wurde. An beiden Tagen erreichte das Thermometer Werte von über 30 Grad Celsius. Obwohl jeder genügend Trinkwasser mit sich führte, machten die hohen Temperaturen allen zu schaffen. Insofern ist es heute kaum vorstellbar, unter welchen Umständen die damaligen Häftlinge des Lagers schwersten körperlichen Arbeiten nachgehen oder in den Baracken ausharren mussten.

Im ehemaligen Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau fielen zwischen 1940 und 1945 ca. 1,5 Millionen Menschen, davon ca. 1,1 Millionen Juden, der nationalsozialistischen Ideologie zum Opfer und wurden in Gaskammern ermordet. Im Stammlager ist die erste Gaskammer des Lagers noch erhalten und kann besichtigt werden, in Birkenau sieht man heute nur noch die Überreste der ehemaligen Gaskammern, die in etwa 7 x 30 m maßen, bis zu 2.000 Personen auf einmal fassen konnten und Bestandteil der Krematorien waren. Bis zu 1.440 Leichen konnten binnen 24 Stunden in einem der großen Krematorien verbrannt werden. Damit wird Auschwitz von den wenigen Überlebenden zurecht als „Todesfabrik“ bezeichnet und ist ein einmaliges Zeugnis der „Shoa“, wie der Holocaust im Hebräischen genannt wird.

Neben den Besichtigungen der Lagerkomplexe nahmen wir auch an unterschiedlichen Workshops in der Gedenkstätte teil, die sich einerseits mit dem Leben der Sinti und Roma in Auschwitz beschäftigten und andererseits einen Zugang zum Lagerarchiv ermöglichten. Dabei stand der Archivbesuch unter dem thematischen Schwerpunkt der Tätigkeit der Sonderkommandos, welche vorwiegend aus jüdischen Häftlingen bestanden und die Arbeit in den Krematorien verrichten mussten.

Am Donnerstag fuhren wir in die ehemalige polnische Hauptstadt Krakau, welche nicht nur wegen ihres jüdischen Viertels Kazimierz einen interessanten Anlaufpunkt darstellt, sondern auch ein Zentrum polnischer Geschichte und Kultur war und ist. Ein sehr kurzweiliger Stadtrundgang führte uns in die Isaak-Synagoge, auf den „Neue[n] jüdische[n] Friedhof“ und zu einigen weiteren wichtigen Punkten des jüdischen Viertels, das auch heute noch Mittelpunkt des jüdischen Lebens in der Stadt ist. Darüber hinaus kann man in Krakau auch einige wichtige Drehorte von „Schindlers Liste“ besichtigen, was uns aus Zeitgründen jedoch kaum möglich war. Nach dem Besuch des jüdischen Viertels machten wir uns auf den Weg in die Altstadt, wo unsere Stadtführung an der Marienkirche und den bekannten Tuchhallen endete. Anschließend hatte jeder die Möglichkeit, seinen individuellen Interessen in Krakau nachzugehen, bevor wir am späten Nachmittag zurück in unsere Unterkunft und am Freitagmorgen zurück nach Hause fuhren.

Ch. Walther