Geschichte hautnah erfahren, das Allgemeinwissen vergrößern und den grausamen Geschehnissen der NS-Zeit gedenken – das alles kann man in der Gedenkstätte Buchenwald. Auch für Schüler der neunten Klassen vom Henfling-Gymnasium galt dies, sie begaben sich am 4. Juni auf den spannenden Ausflug in das ehemalige Konzentrationslager.

Bereits um 8:00 Uhr fuhren die beiden Busse vom Landratsamt ab in Richtung Weimar. Die rund 60 Jungen und Mädchen waren aufgeregt, obwohl so mancher Schüler die Anlage schon früher besichtigt hatte. Nach der Ankunft am Halteplatz und einer kurzen Wartezeit startete die kleine Reise mit einem Film. In einer halben Stunde wurden uns der Aufbau und die Entstehung des Lagers bis zu seiner Zerstörung 1945 nähergebracht. Außerdem redeten ehemalige Häftlinge über ihr Schicksal und beschrieben die Zustände noch einmal genauer. Wir sahen Originalbilder sowie Skizzen und Zeichnungen, auch Ausschnitte von Reden einiger Nationalsozialisten.

Danach wurden wir nach Klassen eingeteilt und jeder Gruppe wurde ein Touristenführer zugeteilt. Diese Personen zeigten uns alle Abschnitte des Lagers. Es begann an einer Tafel mit Lageplan. Hier beeindruckte uns vor allem die Größe der Stätte. Nach dem Entlanglaufen des Weges, welchen auch die Gefangenen nehmen mussten, betraten wir einen Raum mit maßstabsgetreuer Nachbildung des Konzentrationslagers in Vogelperspektive. Der Guide erklärte uns die Geschichte des Platzes - vom Bau bis zur Nutzung durch die sowjetische Besatzungsmacht 1950. Danach wurden Extraräume direkt am Eingang betreten, welche der Folter und des Mordes dienten. Auch dieser Fakt erschütterte uns.

Nun betraten wir den Bereich der Gefangenen. Keine der Baracken, welche die Schlafplätze der Geschädigten waren, stand mehr. Daher besuchten wir das Krematorium. Am wohl grausamsten Ort erwarteten uns Bilder der Leichen und die restaurierten Öfen. Der zugehörige Keller, in dem die Toten aufbewahrt wurden, ließ uns ebenfalls schaudern. Geschichten vom Ausrauben der Verstorbenen, Betrug an den Angehörigen und andere entsetzliche Fakten schufen eine niedergedrückte Stimmung in uns. Am Ende der Führung bedankten wir uns bei den Touristenführern, die uns viel Neues vermittelten, aber uns auch die Wichtigkeit dieses Teils der deutschen Geschichte klarmachten. Uns wurde bewusst, dass solche Verbrechen immer in Erinnerung gerufen werden müssen, damit sich das Leid nicht wiederholt.

Am Ende konnten wir uns noch eine Stunde lang das Museum zur Gedenkstätte anschauen. Es enthielt Bilder von Zeitzeugen, Tonausschnitte und Gegenstände wie Briefe und Zeichnungen. In der zeitlichen Reihenfolge gab es auch Texte und Berichte über das KZ Buchenwald. Mit diesen interaktiven Methoden fesselte uns das Museum sehr. Ebenfalls war eine Ausstellung vorhanden und andere Räume wurden mit Memoiren aus der Vergangenheit ausgeschmückt. Um 13:00 Uhr fuhren wir schließlich zurück nach Meiningen. Wir trugen gemischte Gefühle in uns, da die zur Schau gestellte Vergangenheit erdrückend war, doch wir waren auch glücklich, in einer hochinteressanten Stätte so viel Neues erfahren zu haben.

 

Nils Frauenberger, Kl.9/2